Wärmebild und Drohne: Wann eine Thermografie am Haus sinnvoll ist

Messtechnik · Von Andreas Karl Hölzel · Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Luftbild eines Wohnhauses, aufgenommen mit einer Drohne

Kurz gesagt

Eine Thermografie macht Oberflächentemperaturen sichtbar und zeigt so Wärmebrücken, fehlende oder lückenhafte Dämmung, undichte Anschlüsse und Hinweise auf Feuchtestellen. Aussagekräftig ist sie in der Heizperiode bei möglichst großem Temperaturunterschied zwischen innen und außen und ohne Sonneneinstrahlung. Mit der Drohne lassen sich Dächer und hohe Fassaden ohne Gerüst aufnehmen.

Was zeigt ein Wärmebild?

Eine Wärmebildkamera misst die Infrarotstrahlung von Oberflächen und stellt Temperaturunterschiede farbig dar. An der Gebäudehülle werden so Stellen sichtbar, an denen Wärme ungewöhnlich stark entweicht:

  • Wärmebrücken an Deckenrändern, Balkonen, Stürzen und Rollladenkästen,
  • fehlende, lückenhafte oder durchfeuchtete Dämmung,
  • undichte Fenster- und Türanschlüsse,
  • Feuchtestellen, die durch Verdunstungskälte kühler erscheinen,
  • den Verlauf von Heizleitungen, etwa bei der Suche nach Leckagen in der Fußbodenheizung (Innenaufnahme).

Wann ist die beste Zeit für eine Thermografie?

  • in der Heizperiode, wenn das Gebäude gleichmäßig beheizt ist,
  • bei einem möglichst großen Temperaturunterschied zwischen innen und außen – als Faustregel mindestens 10 bis 15 Kelvin,
  • ohne direkte Sonneneinstrahlung, also frühmorgens oder abends,
  • bei trockenem Wetter und wenig Wind.

Welche Vorteile bringt die Drohne?

Dächer, Schornsteine und hohe Fassaden sind vom Boden aus nur eingeschränkt einsehbar. Mit der Drohne entstehen hochauflösende Luft- und Wärmebilder aus nächster Nähe – ohne Gerüst, Hubbühne oder Begehung der Dachfläche. Das ist schneller, günstiger und sicherer. Typische Einsätze sind die Dachbegutachtung, die Dokumentation von Sturm- und Hagelschäden und die Planung energetischer Sanierungen.

Wir fliegen mit den EU-Kompetenznachweisen A1/A3 und A2. Vor jedem Einsatz prüfen wir die luftrechtlichen Vorgaben am Einsatzort und holen erforderliche Zustimmungen ein.

Wo liegen die Grenzen?

  • Die Kamera misst nur die Oberfläche – sie blickt nicht in die Wand hinein.
  • Glas, Metall und glänzende Flächen spiegeln die Umgebung und verfälschen die Werte.
  • Bei hinterlüfteten Fassaden ist die Außenthermografie nur eingeschränkt aussagekräftig.
  • Ein Wärmebild muss fachkundig interpretiert werden. Auffällige Farben allein sind noch kein Mangel.

Deshalb werten wir Wärmebilder immer zusammen mit der Begutachtung vor Ort aus – etwa im Rahmen einer Sanierungsberatung oder eines Schadensgutachtens.

Häufige Fragen

Kann ich mit einer Wärmebildkamera Feuchtigkeit erkennen?

Indirekt. Feuchte Stellen erscheinen oft kühler, weil Wasser verdunstet. Ob tatsächlich Feuchtigkeit vorliegt, muss mit einer Feuchtemessung bestätigt werden.

Lohnt sich eine Thermografie im Sommer?

Für die energetische Bewertung der Gebäudehülle kaum, weil der Temperaturunterschied fehlt. Für die reine Dachbegutachtung per Drohne mit normalen Luftbildern ist dagegen jede Jahreszeit geeignet.

Brauche ich für die Dachbegutachtung ein Gerüst?

Nein. Die Drohne liefert detaillierte Aufnahmen von Ziegeln, Anschlüssen, Rinnen und Schornstein, ohne dass jemand aufs Dach muss.

Bildmarke SV-Büro A-K-H

Andreas Karl Hölzel

Geprüfter Bausachverständiger · DEKRA-zertifizierter Sachverständiger für Bauschadenbewertung · SV-Büro A-K-H in Dülmen

Drohnenaufnahmen – auch Wärmebild

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